Überblick
Der BIM Fit Check ist eine öffentliche Veranstaltung von buildingSMART Deutschland. Softwareanbieter arbeiten ein definiertes Szenario durch und erhalten dabei kontinuierlich fachliche Begleitung und Feedback. Die Expertenjury prüft, ob die Software den Standard für den gewählten, konkreten Anwendungsfall korrekt implementiert: nachweislich, nicht ungefähr.
Štefan Jaud leitet die technische Seite des BIM Fit Check seit der ersten Ausgabe: Er entwickelt gemeinsam mit der Jury die Testmodelle und Bewertungskriterien, koordiniert die Jury und löst technische Schwierigkeiten bei der Implementierung oder Standardinterpretation während der Veranstaltung.
Der BIM Fit Check und die Beratungsarbeit von Jaud IT schöpfen aus derselben Wissensgrundlage. Die Testkriterien für IFC-Georeferenzierung in Software zu schreiben und IFC-Georeferenzierung in einem Infrastrukturprojekt umzusetzen ist dieselbe Arbeit, nur anders gerahmt.
In der IFC-Implementierung gibt es einen bekannten Stillstand. Auftraggeber fordern keine korrekte Georeferenzierung oder Trassierungsdaten in IFC-Dateien, weil sie gelernt haben, dass die meiste Software das nicht zuverlässig liefern kann. Softwareanbieter investieren nicht in die Behebung, weil es niemand in die Verträge schreibt. Ingenieure können keine konformen Modelle erstellen, weil die Werkzeuge fehlen. Niemand macht den ersten Schritt.
Der BIM Fit Check ist die Antwort von buildingSMART Deutschland auf diesen Stillstand. Er funktioniert wie ein öffentlicher Live-Integrationstest: Softwareunternehmen bereiten sich monatelang mit fachlicher Unterstützung von IFC-Experten vor und demonstrieren dann die Implementierung ihres Produkts vor einer Jury und einem Publikum. Besteht die Software, erhält das Unternehmen ein digitales Badge und öffentliche Anerkennung. Der Standard wird validiert. Und die Ausreden haben ein Ende.
Zeitablauf
1. Phase „FIT": Die Monate davor
Der Veranstaltungstag ist nur der letzte Schritt. Der Weg dorthin erfordert Monate der Vorbereitung. Die Testmodelle und Bewertungskriterien werden gemeinsam mit den Jurymitgliedern entwickelt. Wir führen wöchentliche technische Support-Calls durch und arbeiten mit allen teilnehmenden Unternehmen die IFC-Implementierungsdetails durch. Das Ziel ist nicht, jemanden zu überführen, sondern den Standard korrekt implementiert zu haben, bevor es öffentlich wird.
2. Phase „CHECK": Unabhängige Bewertung
Einen Monat vor der Veranstaltung führt die Jury Einzelsessions mit jedem teilnehmenden Softwareanbieter durch und testet das Produkt anhand noch nicht gesehener, speziell zusammengestellter Datensätze. Die Jury arbeitet jeden Punkt der Kriterienliste durch und vergibt Nachaufgaben, wo vor der abschließenden Präsentation noch Verbesserungen nötig sind.
3. Phase „DEMO": Öffentliche Demonstration
Im letzten Schritt präsentieren die Teilnehmer ihre Software live vor einem öffentlichen Publikum, demonstrieren die durch den Anwendungsfall definierten Datenaustausche und zeigen, dass der Standard korrekt implementiert ist.
Runden
Runde 1 — 8. Mai 2025, Essen — IFC-Georeferenzierung
Sechs Unternehmen testeten die korrekte Handhabung von Koordinatenreferenzsystemen in IFC 4.3. Im Rahmen des 22. buildingSMART-Anwendertags. Mehr →
Runde 2 — 23. September 2025, Berlin — Trassierungsaustausch und Georeferenzierung in IFC
Zwei Anwendungsfälle liefen erstmals parallel. Neun Unternehmen, alle bestanden. Im Rahmen des buildingSMART International Summit. Mehr →
Runde 3 — 13. Mai 2026, Berlin — BIM Collaboration Format (BCF)
Sechs Unternehmen testeten ihre Unterstützung für den Roundtrip von BCF-3.0-Dateien. Im Rahmen des 23. buildingSMART-Anwendertags. Mehr →